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16-03-2010
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RASSE DES JAHRES 2007:

Die Pinzgauer Strahlenziege
 

Die Wahl zur Rasse des Jahres 2007 fiel heuer auf die „Pinzgauer Strahlenziege“, die mit einer Gesamtpopulation von unter 50 Tieren die am stärksten gefährdetste Ziegenrasse Österreichs darstellt.

Durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Aktivitäten soll die Rasse 2007 mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt werden.

 


Die „Pinzgauer Strahlenziege“ gilt als alte bodenständige Ziegenrasse des Salzburger und Tiroler Alpenraumes.

Diese pechschwarzen und braunen Ziegen mit ihrer attraktiven Strahlenzeichnung waren bis in die 1940er Jahre noch häufig in den Gebirgsgauen von Salzburg und Tirol anzutreffen. Die Strahlenziegen galten als sehr gute Milchziegen. Im Salzburger Pinzgau hatten sie den Ruf einer exklusiven Ziegenrasse und waren v.a. bei den großen Gütern anzutreffen.

Zu Beginn der 1930er wurden die großrahmigen Ziegen sogar von Tirol in die Schweiz für den Bestandsaufbau der Bündner Strahlenziege exportiert. Das lässt auf das gute Zuchtmaterial schließen, vor allem wenn man berücksichtigt, dass die Schweiz in Europa eine Vorreiterrolle bei der Ziegenzucht einnimmt.

Die Rassebereinigung im Dritten Reich machte jedoch auch vor den heimischen Ziegenrassen nicht halt und führte u.a. zu einem Haltungsverbot der Pinzgauer Strahlenziege.

Bereits Mitte der 1970er Jahre zeigte Prof. Ambros Aichhorn den akuten Handlungsbedarf auf. Im Zuge des Bestandsaufbaus der Pinzgauer Ziege traf er bei seinen Erkundungsfahrten in Salzburg und Tirol immer wieder auch die charakteristischen Strahlenziegen. Auch der Österreichische Naturschutzbund machte in seinem „Natur&Land-Schwerpunktheft zum Thema „Alte Haustierrassen“ im Jahr 1997 auf diese vom Aussterben bedrohte Ziegenrasse aufmerksam.

Es folgten jedoch bis zu Beginn des 21.Jhd. keine konkreten Erhaltungsmaßnahmen und die Rasse geriet weiterhin in Vergessenheit.

Erst 2002 wurden auf Initiative des Vereins zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen in Zusammenarbeit mit dem Salzburger Landesverband für Schafe und Ziegen erste Erhaltungsmaßnahmen ergriffen. Es gelang in weiterer Folge die Anerkennung als hoch gefährdete Ziegenrasse durch die ÖNGENE (Österreichische Vereinigung für Genreserven) und die Aufnahme in die Liste der geförderten Haustierrassen der Agrarumweltmaßnahmen (ÖPUL2007).

Heute findet man nur mehr vereinzelt Strahlenziegen in Salzburg, Osttirol, im Tiroler Oberland bzw. in der Südtiroler Grenzregion zu Nordtirol.

Bei den Böcken löst sich die namensgebende Strahlenzeichnung im Gesicht nach 6 Monaten auf.

Die Strahlenziege ist eine kräftig gebaute, große, stämmige Gebirgsziege mit langgestrecktem Körper. Die Tiere sind behornt, wobei auch die Geißen ein besonders mächtiges Horn entwickeln. Die Grundfarbe ist pechschwarz bis schwarzbraun mit den weißen Abzeichen der Bezoarziege.

Die Namen gebenden weißen Strahlen im Gesichtsfeld reichen von der Hornbasis bis zum Maul. Bei den erwachsenen männlichen Tieren sind die weißen Strahlen im Gesicht unterbrochen und nur wenige Zentimeter lang. Die Gliedmaßen sind vom Vorderfußgelenk und Sprunggelenk abwärts ebenfalls weiß geschient und von einem schmalen schwarzen Streifen durchzogen.

Weiß sind weiters die Umgebung des Mauls sowie die Innenseite der Ohren und der Bereich des Afters. Das Haarkleid ist kurz bis mittellang. In ihren Eigenschaften ähnelt die Strahlenziege jenen der Pinzgauer Ziege, wobei die gute Milchleistung und das ruhigere Temperament hervorzuheben sind. Sie ist eine robuste und genügsame Gebirgsziegenrasse, die für extreme Haltungsbedingungen gut geeignet ist.

DI Günter Jaritz

Obmann Arche Austria

Spartenbetreuer für die Pinzgauer Strahlenziege

 

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